Was blieb? Inventarisierung und Rücklässe “Republikflüchtiger” im Städtischen Museum Halberstadt
Shownotes
Dr. Claudia Brandt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Knorr-Projekt Kristin Houschka, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Knorr-Projekt Dr. Antje J. Gornig, Direktorin Städtisches Museum und Stadtarchiv Halberstadt Das Interview führten Dr. Annette Müller-Spreitz (Koordinierungsstelle Provenienzforschung) und Alexander Goll (Referent eCulture). Museumslauschen ist ein Projekt des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit den vorgestellten Museen. Das Format wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt. Das Provenienzforschungsprojekt wurde vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert.
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00:00:00: Museumslauschen, der Podcast des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt.
00:00:20: Also anlässlich unserer aktuellen Staffel zum Thema Providenzforschung sind wir heute in Halberstadt am Stadtmuseum.
00:00:28: Wir das sind Annette Müller-Spreitz und ich Alexander Goll und wir sitzen hier natürlich nicht alleine sondern sind hier gemeinsam zu Gast möchte ich sagen bei Frau Dr.
00:00:39: Antigornik Ihren Mitarbeiterinnen.
00:00:44: Ja,
00:00:44: ich bin Dr.
00:00:45: Claudia
00:00:45: Brandt, promovierte Germanistin und arbeite derzeit am Knorprojekt
00:00:51: im
00:00:51: städtischen Museum Halberstadt.
00:00:54: Ich bin Christine Huschke,
00:00:55: ich studiere Kunstgeschichtlerin
00:00:57: und
00:00:58: ja,
00:00:59: arbeite mit
00:01:00: Frau Brandt seit
00:01:01: Juli XXIII an dem
00:01:03: Knooprojekt hier in
00:01:04: Halberstatt.
00:01:06: Sehr schön!
00:01:06: Und gemeinsam quasi mit Frau Gornig für Frau Gormig für das Stadtmuseum.
00:01:14: Frau Gornig, was ist Ihr Hintergrund?
00:01:17: Ich bin seit Juli hier im Museumsdirektorin.
00:01:20: Bin promovierte Mittelalterhistorikerinnen und Landesforscherin für Landesgeschichte und habe auch immer in der Verwaltung den ganzen prekären Shops gearbeitet die so lang kommen in einer öffentlichen Verwaltung und bin glaube ich ganz gut gerüstet.
00:01:33: daher weil ich sowohl die Verwaldungsbereiche kenne im öffentlichen Dienst wie eben auch den wissenschaftlichen Bereich und Halberstadt ist ein sehr dankbares Thema so breitgefächerte Epochen haben.
00:01:45: Halberstadt ist eine sehr wichtige Stadtwase, wohl im Mittelalter wie in der Neuzeit und das spiegelt sich eben auch bei uns in Ersammlung wieder und da bin ich sehr stolz
00:01:52: drauf.
00:01:53: Jetzt haben Sie die Stadt ja quasi schon angesprochen.
00:01:56: Das Stadtmuseum Halber statt liegt.
00:01:58: für alle, die es nicht wissen wunderbar also in einem richtig schönen Ensemble aus historischen Landmarken, möchte ich sagen.
00:02:07: Würden Sie es uns kurz einbinden?
00:02:09: Ja, ich habe also wirklich das Glück eigentlich im Grünen zu sitzen, aber mitten in der Stadt und zwar mitten an der Altstadt auf der Domburg-Anlage und schaue aus meinem Fenster direkt auf die Türme des Halberstatter Doms.
00:02:20: Und entsprechend liegt auch unser Spiegelpalet bei der Herr Spiegl, denn dieses hat Bauen lassen.
00:02:25: im achtzehnten Jahrhundert war ja auch der Domlichand Also der höchste geistliche Repräsentant des Domstifts und zugleich auch der weltliche höchste Territorial her im Auftrag der preußischen Regierung.
00:02:37: Und diese Macht und Repräsentanz sieht man dann auch an den Nebengebäuden, die gehörten alle sozusagen mit dazu und sind in Spätbarock hier noch mal wunderbar hingebaut worden aus ehemaligen dumm Herrn Kurien, die ja auch schon sehr repräsentativ waren.
00:02:51: zu allen gehörte kleine Gartengrundstücke, kleine Pferde, Stelle- und Kutschenhäuser und entsprechend ist das Ensemble noch erhalten.
00:03:00: Also richtig hochherrschaftliche Architektur, wenn man so will.
00:03:05: Wie kam es dann dazu, dass da ein Museum einziehen konnte?
00:03:09: Das geht so in die Tendenz Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, das ich stelle... mehr in der Pflicht gefühlten.
00:03:18: Es gab ja dann schon Denkmalgedanken und verschiedene akademische Vereinigungen von interessierten Bürgern, die auch privat gesammelt haben – also archäologische Sammlung oder Kunstvereine, die für Ausstellung gesorgt haben.
00:03:32: Dann gab es auch das städtische Theater in der Zeit erstmalig.
00:03:34: Also Kunst und Kultur wurde eine Aufgabe der
00:03:37: Kommune.".
00:03:38: Und die Kommune hat eben auch selber sehr viele Sammlungen
00:03:42: gehabt,
00:03:43: die zum einen aus Objekten bestehen.
00:03:45: Die einfach zur Stadt gehören wie das Radsilver oder bestimmte Dokumente auch aus wie das Radarchiv.
00:03:52: Das sind solche Dinge oder eben Kunstwerke, die mal im Rathaus oder am Rathaus mit angebracht wurden repräsentative Gebäudesstrukturen wenn da noch was übrig war vom Fachwerk.
00:04:02: und es hat sich einfach im Laufe der Zeit angesammelt so dass in Anfang des Der zwanzigste Jahrhundert sich statt beschlossen hat, wir brauchen ein Gebäude wo wir das repräsentativ auch zeigen können.
00:04:12: Es zeigt ja auch unsere lange Stadt- und Stadtratsgeschichte und haben den Umstand genutzt dass die Nachfahren des von Spiegel Die Familie David ausziehen wollte und das Haus verkaufen wollte das hier wirklich also direkt am Dom steht an der Nordseite Und haben die auch sehr runtergehandelt.
00:04:29: Dafür wurde das Haus leer geräumt von der Familie und es ist sozusagen inhaltlich nichts drin geblieben, aber wir hatten ein wunderbares spätbares Palais mit mehreren Etagen, dass dann sukzessive im zwanzigsten Jahrhundert für das Museum ausgebaut worden ist... ...und die Sammlung ist seitdem noch mal enorm
00:04:44: gewachsen!
00:04:45: Also haben wir eine Sammlung, die zum einen schon aus ganz verschiedenen Quellen kommt?
00:04:50: Also Privatsammler, Alzertumsverein
00:04:53: Genau, es gab im achtzehn und neunzehnte Halberstadt war also auch sehr bürgerlich, sehr akademisch orientiert.
00:05:00: Auch noch durch die Domstiftsschule gab's hier einfach immer ein relativ hohes Bildungsniveau.
00:05:04: Und das spiegelte sich eben in literarischen Gesellschaften wieder und eben auch in Kunstgesellschaften wieder.
00:05:11: Wenn dann Leute ihre Sammlung aufgelöst haben beispielsweise bei Tod, haben sie das oft der Stadt auch verwacht?
00:05:16: Oder es waren sowieso Stadtherren oder Domprädiger, die das wie auch die Bibliothek, die Domschriftbibliotheke dann in städtische Hände gegeben haben.
00:05:25: Und damit kam eben eine Verpflichtung an die Kommune.
00:05:28: Das ist aber ganz spannend weil wir haben dadurch tatsächlich einen alten Bestand der hier gewachsen ist und aus dem... Aus dieser Basis ist dann sozusagen das Städtischen Museum richtig repräsentativ entstanden.
00:05:40: Es waren also immer schon originäre Dinge Hier die Stadtgeschichte bis zum ersten Siedlungsbeginn repräsentieren konnten und entsprechend hat sich dann die Sammlung im Laufe der Zeit aufgebaut.
00:05:51: Sie ist stark archäologisch orientiert, es wurden immer also quasi nahezu alle meine Vorgänger fünf von denen waren Archäologen
00:06:00: im Hause
00:06:01: haben das natürlich auch stark präferiert und bis Ende des zwanzigsten Jahrhunderts hat das Museum auch selber gekraben.
00:06:08: Ungefähr fünfzig Prozent, das sind drei Hunderttausend Objekte.
00:06:11: Der Gesamtsammlung sind archäologische Funde oder eben Fundkomplexe und das ist natürlich eine massive Aufgabe die hier noch mal vor uns steht und das andere sind wirklich kulturhistorische Alltagsgegenstände, die im Laufe der Stadtgeschichte sich angesammelt haben, die dann auch über Bürger-Stadtbürger wiederher gekommen sind.
00:06:33: Momentan haben wir die Tendenz dass Halberstädter, die mal aus halberstadt weggezogen sind und was mitgenommen haben verstärben Und die nachfahren damit leider nicht mehr anfangen können aber uns das sozusagen vermachen.
00:06:44: Es findet also irgendwie alles wieder seinen Weg nach halber stadt zurück.
00:06:47: Was hier mal auch entstanden ist und dafür sind wir sehr dankbar
00:06:50: Mir schnürt gerade noch diese zahl treibender tausend archäologische objekte so durch den kopf.
00:06:55: Sind das dann nur scherben?
00:06:57: Sind das knochenfunde?
00:06:59: Alles weil sie sich darunter vorstellen können von mündsen.
00:07:01: wir haben mehrere tausend Münzen tatsächlich, die aus Fundkomplexen resultieren.
00:07:07: Wir haben sehr viele menschliche Überreste und tierische Überresten natürlich auch.
00:07:13: Sie müssen sich vorstellen dass im zwanzigsten Jahrhundert auch dadurch das die Stadt so stark zerstört worden ist viel tief gegraben werden konnte und Archäologie betrieben werden konnte an wesentlichem Siedlungszentren und ganz zuletzt Ende der neunziger Jahre noch mal die komplette das komplette Siedlung zentrum bis in die erste siedlungsgeschichte zurück.
00:07:34: Und solche stadtarchäologischen Spezialfunde gibt es sonst nirgendwo.
00:07:38: also heute kann man ja gar nicht archäologisch so tief und breit ausführlich graben, da ist halberstadt sehr repräsentativ.
00:07:45: Also alles was man sich vorstellen kann was im laufe einer Siedelungsgeschichte anfällt sowohl in den
00:07:51: Müll
00:07:52: landet, in den Latrinen auch landet oder in den Brunnen landet wie auch was an den Gebäude überresten ist.
00:07:57: Das sind alles Objekte die zu uns übergekommen
00:08:00: sind.
00:08:01: Für diese Archäologischen Funde gab es ja jetzt schon quasi die Kennzahl, wissen Sie wie groß die Sammlung alt solcher
00:08:08: ungefähr ist?
00:08:09: Genau also wir mussten das jetzt öfter ja auch mal einschätzen für die Versicherung und haben eine grobe Durchzählung gemacht.
00:08:15: Wir haben also nahezu und Dokumente.
00:08:19: Dazu gehören eben auch, ich glaube alleine hunderttausend sind Bodos, Zeitschriften, Schriftdokumente ganz großer Anteil, circa zwanzig bis dreißigtausende sind Gemälde- und Kunstwerke wo eben von der mittelalterlichen Plastik bis zum heutigen Kunstwerk was dann auch im öffentlichen Raum steht gehört und sehr viele Alltagsgegenstände von Textilien, Uniform, Trachten Alles was man sich vorstellen kann, landet bei uns im Museum und gehört eben auch zur Sammlung.
00:08:49: Die Sammlungen ist also in dem Sinne spezialisiert auf Halberstadt und die Region mit der Herkunft oder eben Menschen, die aus Halberstatt und der Region kommen aber in sich so viel teilig dass es wirklich eine Mammutaufgabe ist.
00:09:04: Vielleicht nochmal zurück für den Zuhörer und wahrscheinlich auch potenziellen Besucher des Stadtmuseums?
00:09:10: Wir kamen ja vorhin an sofort das Ensemble aufgefallen, sofort die tolle Lage aufgefallen und dann als wir eintraten hatte das sofort auch einer, ich möchte sagen wundliche Atmosphäre.
00:09:22: Als wir in die Ausstellung kamen.
00:09:25: was sind da so Stücke in der Ausstellung wo sie sagen die sollte man gesehen haben?
00:09:30: Ach da werden aber heute nicht mehr fertig!
00:09:33: Das ist eine Ordnung!
00:09:35: Also am liebsten habe ich ja Stücke Erzählen kann.
00:09:38: Ich bin ja gar keine Halberstädterin, aber ich bin überzeugt von der Halberstadt und seiner Geschichte mittlerweile weil wir wirklich so unikale Objekte hier haben wo man einen roten Faden in die europäische Geschichte, in die deutsche Geschichte ziehen kann.
00:09:53: Und dass sie in halber Stadt sind oder eben auch in Halber statt entstanden sind ist wirklich phänomenal und damit kann man schon aus ihren gehen.
00:10:01: Also beispielsweise, das ist jetzt ein Dokument.
00:10:03: Ist der erste brusalische Reiseführer von Halberstadt.
00:10:06: Der ist jetzt relativ spät von neunzehundert sechs aber von einem Juden... Ein orthodoxer Jude wurde von der Stadt beauftragt dass zu machen mal immer schon schöne Theaterkritik geschrieben hat und er war eigentlich hier in der Verwaltung meiner jüdischen Firma
00:10:20: Und
00:10:20: es steht als Symbol sozusagen auch der erste Führer da das Museum nach seiner Eröffnung Neunzehnhundert fünf erwähnt und auch einen Rundgang in diesem Museumvorsteck mit Beschreibung.
00:10:30: Also für uns auch eine ganz hochwertige Quelle ist aber auch noch zudem ein Signal, dass das jüdische Leben ganz selbstverständlich war.
00:10:39: Wer gerade eben gut schreifen konnte, mein Gott dann war der eben orthodoxer Jude.
00:10:42: Dann hat er jetzt auch diesen großen Auftrag von der Stadt als sechsundzwanzigjähriger bekommen und dazu gehört dass Herr Hermann Schwab den das betrifft, der der Autor war, die alle aus dem Bild- und Presseagentur hier in Halverstadt gegründet haben zehn Jahre später.
00:10:57: Und es ist natürlich schon sehr bemerkenswert weil wer weiß denn in der Welt, dass das in Halferstads aller Oste mal war?
00:11:03: Also deutsche Presse Agentur ist heute im Begriff aber das ist ursprünglich alles in halverstadt entstanden ist, das ist glaube ich schon ein ziemliches Gewicht und mit solchen kleinen Sachen kann man immer wieder einen roten Fahrtenspinnen.
00:11:15: Und gab es da eine gute Kritik in dem Führer?
00:11:18: Zum Museum?
00:11:18: Ja, natürlich.
00:11:19: War ja gerade ganz frisch eröffnet und noch schick!
00:11:22: Weil ein ganz großer Stolz auch der Stadt zu der Zeit.
00:11:25: Also wie gesagt das ist die Zeit wo auch das städtische Theater gebaut wird sehr repräsentativ.
00:11:30: Und bestimmte andere auch Arbeiterkulturhäuser entstehen aus der Arbeitergeschichte heraus.
00:11:37: Wo eben wirklich die Stadt Kultur als ihre Verpflichtung gesehen hat.
00:11:40: eine ganz interessante Zeit wo ich auch gerne die heutigen Entscheidungen und Entscheidungsträger gerne mal darauf hinweiste
00:11:46: Wir sind ja auch hier, um noch ein anderes spannendes Thema zu beleuchten.
00:11:49: Nämlich die Erforschung dieser Sammlungen als solcher Beziehungsweise die Erfahrschung im Sinne der Provenienzforschungen und ich kam es dazu dass ein solches Projekt.
00:12:01: Ja, ich kann es mal versuchen kurz zu fassen.
00:12:04: Also in dem ich hier ankam habe ich festgestellt dass bisher sich noch gar nicht großartig mit der Herkunft der Objekte auseinandersetzt wurde.
00:12:11: Ich bin ja ein bisschen auch ins kalte Wasser gesprungen musste mich ja schon auch dann mit früher Neuzeitgeschichte für die Ostenausstellung auseinander setzen und stelle eigentlich fest Es wäre gut zu wissen wie sind die Dinge hergekommen.
00:12:23: Teilweise lagen auch noch Sachen in meinem alten Büro Wo wir nicht wussten, wo kam es her.
00:12:27: Wo soll's hin?
00:12:28: Ist das wirklich ein Kulturobjekt oder ist es ein Alltagsgegenstand?
00:12:31: Da habe ich dann die Möglichkeit genutzt, dass es über den Museumsverband Sachsen-Anhalt diese ganzen Erstchecks gab.
00:12:37: Zuerst kam
00:12:38: ja
00:12:39: Entzugskontexten Nationalsozialismus.
00:12:42: da haben wir uns dann beteiligt.
00:12:43: aber ich glaube das war schon die dritte Runde an der wir dann endlich mitgemacht haben.
00:12:46: alle anderen Häuser vor Ort waren ja schon drin involviert und ich glaub mein Vorgänger hat Wir haben ja abgelehnt und auch das Personal hat es sehr lange abgelehmt, muss man sagen.
00:12:56: Also man hat das als kritisch gesehen das zu machen weil man tatsächlich die Angst hatte die Museen werden leer geräumt.
00:13:01: Dann hatten wir innerhalb dieses Erstchecks ist schon sehr viel aufgefallen vielleicht gar nicht dass viel zu restitulieren wäre aber dass es unglaublich spannende Geschichten gibt und ganz spannend war.
00:13:13: wir haben alle aus den Inventarbüchern gefunden Ja, musste man einfach jetzt auch hundert Jahre lang nicht dass es die noch gibt und wo die liegen.
00:13:21: Und damit konnte man natürlich klar machen was ist denn der ursprünglich alte Bestand?
00:13:26: Und dann stellt man fest wie passt das dennoch in die späteren Inventarbücher?
00:13:30: und dass die alle nur bedingt konkurrent zueinander sind.
00:13:36: Das heißt hier muss man wissenschaftlich mehr dran arbeiten.
00:13:39: und dann gab's eben auch die Möglichkeit den Kolonialcheck mitzumachen, das war noch viel spannender weil wir auch eigentlich nicht wussten dass wir noch koloniale Objekte haben.
00:13:49: Das war sozusagen ein Zufallsfund bei einer Baumaßnahme wo mein Herr Pohl, mein Mitarbeiter in die letzte Ecke im Dachboden quasi auf allen Vieren gekraucht ist und wieder kamen mit Wasen und Pütten und Butterfiguren.
00:14:02: Und wir waren erst mal nach hinten übergefallen und auch überfordert mit der Situation.
00:14:06: Weil wenn man in einem Museum Koloniale außer europäische Objekte hat, ist man erstmal überfordert.
00:14:12: Weil Werke hat die Volkskunde drauf da braucht mal jemanden der das irgendwie einordnet aus welcher Region in der Welt kommt.
00:14:19: und da hat man Hilfe wieder über Museumsverband auch über die Forschungsstelle Provenienzforschung dass wir überhaupt einen Gutachten bekommen haben vom Krassimuseum das daher sehr stark und vorbildlich ist.
00:14:30: Und dann konnten wir es so halbwegs einschätzen, waren ja circa sechsundzwanzig Objekte die auch durch den Erstcheck gegangen sind und eine wahnsinnig spannende Geschichte für Halberstadt in der Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte beiträgt.
00:14:44: Und sag ich mal vielleicht das Spannendste an dem Ganzen war tatsächlich dass der damalige Museumsvorstand, Museumsausschussvorstand stark involviert war in die große reichskolonial schau, die revisionistisch geprägt war und die ist tatsächlich in halberstadt neunzigdreisig gestartet.
00:15:00: Das ist ein Wissen das gab es bis dahin in dieser Stadt nicht mehr.
00:15:03: Das war weg.
00:15:05: Und wir haben jetzt dadurch wieder erschlossen
00:15:07: wieder erschlossen, wir konnten auch wieder die roten Fäden zu Objekten machen und zu anderen Dingen machen.
00:15:13: Und das war schon dann der zweite Entzugskontext!
00:15:17: Dann ist ja auch schon viel aufgefallen in den First Checks... Da gibt es noch was für
00:15:24: die...
00:15:25: Nachfolgende Zeit machen kann, also für ab fünfundvierzig.
00:15:28: Und ich glaube der Museumsverband war auch ganz dankbar dass sie hier jemanden gefunden hatten die sich dem geöffnet haben.
00:15:34: das heißt glaub ich schon was wenn man als museum was damit anfangen kann.
00:15:37: und mittlerweile das waren auch so sagt wirklich Erweckungsmomente unserer Mitarbeitenden.
00:15:41: wir haben mittlerweile beim Aufräum im depots Bücherschätze gefunden die gar nicht uns gehörten und mussten uns mit unserer kurzeren Geschichte aus den Sechzigerjahren als Museum außener
00:15:52: Setzen.
00:15:53: Und da habe ich in kurzer Zeit so viel gelernt und Wissen gehabt, dass man sagen muss das muss man in eine chronologische Reihenfolge bringen in einen rechtlichen normativen Zusammenhang und dann eben im historischen Kontext stellen.
00:16:06: Dann gab es die Anfrage dieses Forschungsprojekt über das DZK laufen zu lassen um die Fachstelle für Heimatmusee bzw.
00:16:14: die Person Heinz-Arno Knorr intensiver zu erforschen vom Museum Halberstadt ausgehend, das ja auch tatsächlich die Knorrsystematik angewendet hatte in der DDR-Zeit.
00:16:25: Aber eben auch eine relativ komplexe Geschichte hat, was die Bodenreformzeit betraf und Grimflickflüchtlinge beispielsweise auch.
00:16:33: Und ich glange hier jeden Tag Neues dazu.
00:16:37: Vielleicht für den Zuhörer, der mit der Knorrystematik vielleicht nichts anfangen kann... Das kurz mal erklärt?
00:16:45: Als Anok Noor hat eine Inventarisierungsanleitung verfasst, mit der man seine vielen Sammlungsobjekte und Dokumente relativ nachvollziehbar und einfach verschlagt wurden und mit Signaturen versehen kann.
00:17:01: Hat da eben auch das Alphabet benutzt.
00:17:03: aber eben auch so ne Sachen wie K-I ist Kunstbilder und K-II is Kunstplastik.
00:17:09: So was eigentlich Nachvollziehbares.
00:17:12: Das lässt sich dann auch auf die Häuser verschieden anwenden, ohne dass man komplett das Alphabet benutzen muss.
00:17:19: Das war eine ganz praktische Anleitung.
00:17:20: für alle, die ja entweder herrnlose Museen hatten oder eben im Nachkriegszeit war es natürlich wichtig... Es gab kaum Fachkräfte, die hatten alle die Ausbildung nicht!
00:17:29: Man hat irgendwie versucht in den Kultureinrichtungen wieder arbeiten zu können wenn überhaupt Die Gebäude noch da waren und die Sammlungen.
00:17:36: Und dann war es natürlich sehr hilfreich, wenn jemand kam und nochmal fachlich eine Anleitung auch herausgegeben hat.
00:17:42: Es gab das ja richtig als kleines Handbuch, Handreichung – und die haben wir ja auch hier im Haus.
00:17:47: Gibt's übrigens in vielen Museen.
00:17:48: also wenn Museumsmenschen zuhören und die Knossystematik nicht kennen in ostdeutschen Gebieten sollten sie sich nochmal belesen?
00:17:55: Ich hoffe sehr dass das nicht der Fall ist, dass da die große Lücke ist weil die Knoßsystematik begegnet einem wirklich in jedem Ostdeutschemuseum Einfach weil es die Systematik der DDR
00:18:06: war.
00:18:07: Und das macht sie eben auch wieder spannend, weil man damit sagen kann wenn wir die Geschichte der Fachstelle beziehungsweise den Einfluss von Heinz Arno-Knor intensiver mal an Beispielmuseumen erforschen und die Idee ist ja, dass er in einem Bezirksmuseum Magdeburg von Halberstadt aus ein Kreis bzw Stadtmuseum wie halber statt ein größeres Stadtmuseum wie Halle Und das Kreismuseum in Bitterfeld, die eben in den DDR-Zeiten in verschiedenen Hierarchien sozusagen funktioniert hatten und Unterstellungsverhältnisse hatten.
00:18:35: Jetzt kommt in der Verlängerungsphase des Projektes noch das Museum Osterburg hinzu weil wir herausgefunden haben dass in Osterborg diese Knurverbindung nochmal richtig persönlich funktioniert haben.
00:18:48: Das heißt hier kann man ideal typisch nochmal erforschen Wie ist denn hier von der Normativen auch im Alltag die Umsetzung passiert?
00:18:55: Von in die Praxis sozusagen.
00:18:57: Und wenn wir diese Grundlagen jetzt mit unserem Projekt nicht nur skizzieren, sondern auch in Tiefe an Objekten und verschiedenen Entzugsbeispielen durchdekliniert haben hat man eigentlich eine prima Handreichung für jedes ostdeutsche Museum das es in DDR-Zeiten schon gab.
00:19:15: um mit dieser SPZ-DDR-Geschichtsprovinenzforschung bei sich selber
00:19:19: anzufangen Stutzen wir uns noch direkt in das Thema zu diesem Projekt?
00:19:25: Ja, dann treif ich mal den Faden auf.
00:19:26: Hallo an die Hörerinnen!
00:19:28: Wir haben bei der letzten Folge über Kulturgutentzüge in der SPZ und DDR ja schon besprochen.
00:19:34: Da war genau das Museum in Osterburg unser Thema Und wir haben auch die sieben kritisch zusehenden Zugangskategorien vorgestellt.
00:19:43: Ich nenne Sie einfach nochmal für alle die vorhergehende Folge noch nicht gehört haben.
00:19:48: Also es gab Zuweisungen aus der Bodenreform, Frau Gornig sagte es gerade und dann gab es Zuweisung an die Museen aus sogenannten flüchtigen Rücklässen.
00:19:57: Es gab Eingänge im Zusammenhang mit der Kultur-Gutschutz-Gesetzgebung in der DDR.
00:20:03: also das betrifft dann die Ausreisen ab neunundsechzig Angabenszugänge aus Vermögenseinzug nach Strafverfahren.
00:20:11: Dann fünften es die Einlieferungen von Objekten durch staatliche Organe und Massenorganisationen, sechstens Erwerbungen beim Staatlichen Kunsthandel in der DDR.
00:20:20: Und siehntens die Ankäufe bei der Kunst- und Antiquitäten GmbH, die dann in Liquidation war.
00:20:25: im Jahr neunzehnundneunzig.
00:20:27: Ja, und Gott sei Dank könnte man sagen hat Heinz-Arnaud Knorr seit nineteen fünfzig daran gearbeitet dass die Museen in der DDR ihre Sammlungsbestände inventarisieren.
00:20:39: Und damit ja auch die Herkünfte vermehrten.
00:20:41: Und das Knorrprojekt ist du Claudia und du Christine bearbeitet?
00:20:45: Worum geht es da nochmal genau?
00:20:48: Also das Knorr Projekt ist ein Grundlagenforschungsprojekt.
00:20:52: was vom DZK diese Abkürzung haben wir jetzt schon gehört
00:20:55: das deutsche Zentrum
00:20:56: für Kultur Kulturgutverluste gefördert wird und wir konzentrieren uns eben auf die sowjetische Besatzungszeit.
00:21:03: Und ja, die DDR also von nünzendfünfundvierzig bis neunzenneinzig gucken wir uns eben verschiedene Aspekte an und gehen halt der Frage nach wie eben die Kulturgüde dieser sieben Entzugskontexte, die du gerade auch genannt hast in den Stadt- und regionalgeschichtlichen Museen bekommen sind?
00:21:26: Wir betrachten halt eben diesen Zeitraum von fünfundvierzig bis neunzenneunzig sehr konzentriert und uns interessiert dabei, wie und was wurde inventarisiert?
00:21:37: Und eben auch dokumentiert.
00:21:39: Für unseren Projekt ist dann halt einfach sehr stark der Fokus auf die Fachstelle für Heimatmusik gerichtet, die in nineteenhundertfünfzig gegründet wurde.
00:21:48: Sie war direkt im Ministerium für Kultur unterstellt und hatte ihren Sitz bis neunsundseinzechzig in Halle.
00:21:55: Sie hatte als Aufgaben bekommen zum einen die Heimatmuseum
00:21:58: zu kontrollieren,
00:21:59: sie aber auch fachlich und methodisch anzuleiten.
00:22:02: Das ist das was Frau Gornig sagte dass man eben Hilfe bekommt.
00:22:06: wie machen wir es weiter?
00:22:07: Und die dritte große Punkt was auch darauf zielt ist dass das museale Personal sich weiterbilden
00:22:13: kann Schulungen
00:22:15: Tagungen sogar eine Fachschule
00:22:18: für
00:22:18: Museologen zu gründen.
00:22:19: Das gehört zur Fachstelle alles mit dazu.
00:22:22: Für uns besonders wichtig ist eben der Heinz-Arno Knur, der bis nineteen neunzeixundneinzig auch noch gelebt hat.
00:22:28: Also sogar bis über die Wendezeit Einfluss auf das Museumswesen
00:22:33: gewirkt
00:22:34: hat.
00:22:34: Er war was besonders
00:22:37: wichtig halt vielleicht
00:22:38: zu erwähnen ist In verschiedenen Positionen tätig.
00:22:41: für die
00:22:42: Kunst und Kultur
00:22:44: Gutbergung in Sachsenanhalt War halt also sehr in dem Thema drin, zum Beispiel eben für unsere Bodenreform.
00:22:53: Und er hat das delegiert
00:22:54: und
00:22:55: teilweise geleitet.
00:22:57: Zum anderen war ja auch Landeslenkmalpfleger.
00:22:59: also er war sehr gut vernetzt unter anderem im Kulturbund für Natur und Heimat
00:23:03: und
00:23:04: diese Strukturen und diese Vernetzung die er hatte.
00:23:07: dadurch hatte er sehr viel Einfluss was für ihn besonders wichtig
00:23:11: macht in der Grundlagenforschung, die
00:23:13: mir jetzt gerade betreiben ist.
00:23:15: Er hat die Inventarisierung gesetzlich halt
00:23:17: auch vorangetrieben
00:23:18: also dass das tatsächlich ein Gesetz gegeben hat oder es die Museen verpflichtet hat zu inventarisieren.
00:23:24: Es war nicht mehr obligatorisch.
00:23:26: Es wurde ja als staatliches Eigentum gesehen und daher gab's die wurde das dann gleich gezogen und gesetzlich verankert.
00:23:34: Was ihn halt so besonders macht, sind diese Inventare und die Karteikarten, die ja auf der Handreichung, Inventarisationen und Sammlungen von repositoryn-fünfzig herausgegeben hat.
00:23:44: Und da sind ja diese genannten Knurinventare, die sind ja bis heute noch in Gebrauch.
00:23:51: Das wirkt dieses Systematik von ihm also bis Heute noch und wird eben auch verwendet.
00:23:56: Also gibt Genügend.
00:23:57: nun sehen sie damit immer noch arbeiten.
00:23:59: es ist immer noch aktuelles Thema.
00:24:01: Wie Frau Gornig das auch sagte, es ist halt dadurch dass es auch gesetzlich verpflichtend wurde in der DDR,
00:24:07: ist es halt
00:24:08: flächendeckend nicht nur in Sachsen-Anhalt sondern halt auch eigentlich im ganz Ostdeutschland vertreten und nachvollziehbar dann.
00:24:17: Genau was mir halt dann auch machen in unserem Projekt ist, Frau Gurnich hatte das auch schon angestanden, ja ausgehend tun wir hier von Städtischen Museum Halberstadt aber mehr weitere Kooperationspartner die halt auf unterschiedlichen Ebenen.
00:24:31: Das ab two-hundertzehn und fünfzig gab es ja die Bezirke, da gab's ja keine Länderebene mehr.
00:24:37: Das heißt wir konzentrieren uns jetzt auf den Bezirk Halle und auf dem Bezürk.
00:24:41: Magdeburg haben darstellt vertreten aus den Bezukstätten die großen Museen dabei für Magdeburg.
00:24:47: Für den Bezug Magdeborg haben wir dann eben das Kultur historische Museum als Partner dabei.
00:24:52: Als Kreismuseum ist dann halber Stadt vertrete, dass dann
00:24:56: eben eine größere
00:24:56: regionale Währung hat.
00:24:58: Und im Bezirk Halle haben wir das Stadtmuseum-Halle als
00:25:02: Stadtmuseum.
00:25:04: Bei dem auch geplant wurde, dass es ein Bezirksmuseum war, was dann aber auch schwierig war und nicht so aufgegangen ist im Konzept wie in Magdeburg zum Beispiel.
00:25:12: Sehr spannend diese beiden Bezürke dann auch auf diesen Strukturen miteinander zu vergleichen.
00:25:16: Und dann noch mal auf die Kreisebene ein Stück runter haben wir dann eben das Kreismuseum Bitterfeld mit dabei.
00:25:23: Genau!
00:25:24: Während unserer Recherchen haben wir halt einfach gemerkt Diese Inventarpücher haben teilweise eine unterliegliche chronologische Zeitpunkt, an dem sie beginnen.
00:25:34: Es wäre schön wenn wir gleich aus der ganz frühen Zeit noch ein Museum verwenden würden was auch direkt vielleicht fast auch vollständig dann nach der Herausgabe der Inventarbücher begonnen hat.
00:25:46: und dann haben wir geschaut welche
00:25:47: Museen
00:25:47: haben denn gesagt?
00:25:48: Wir sind jetzt fertig mit der Invalentarisierung
00:25:50: rechtzeitig!
00:25:51: Und dann kam mir unter anderem eben auf Osterburg was sehr spannend ist, weil sich da noch ganz viele andere Ergebnisse durch diese Forschung herausgeben kann.
00:26:01: Was er dann in der vorherigen Vogel auch schon angesprochen
00:26:03: wurde.
00:26:05: Ja ihr habt ja jetzt ganz viel schon gesprochen über die Knorrsystematik und Inventare und Karteilkarten.
00:26:11: aber ihr habt Hausarchiv ein bisschen mit durchstöbert und habt gemerkt, da gibt es auch ganz spannende Unterlagen die quasi das so ein bisschen ergänzen dass man nochmal wieder mehr erfährt wo die Objekte eigentlich
00:26:22: halt herkommen.
00:26:23: Genau!
00:26:24: Und dann seid ihr auf einem ganz spannendes Beispiel gestoßen einen Fall
00:26:28: der
00:26:28: sehr anschaulich zeigt wie Objekten im Zuge
00:26:30: von
00:26:31: Republikfluchten ins Museum gelangten.
00:26:33: Nehmt uns doch mal mit was habt ihr da entdeckt?
00:26:37: Genau am Anfang des Projekts mussten wir erst mal die Materialien zichten und haben im städtischen Museum Halberstadt uns das Hausaschiv angeguckt.
00:26:46: Ja, die verschiedenen Unterlagen, die es aus der DDR-Zeit gibt.
00:26:50: Und da haben wie ein Übernahmeprotokoll datiert auf den XXIII.
00:26:55: Juni, neunzehntohtdreinfünfzig gefunden.
00:26:58: Darin werden zwölf gerammte Bilder erwähnt, die Zitat Aus dem Ladengeschäft des republikflüchtigen G-Punktheine stammen Und diese wurden vom städtischen Museum übernommen.
00:27:11: Die Bilder wurden vom Rad der Stadt genauer von der Abteilung staatliches Eigentum an das Städtische Museum übergeben.
00:27:17: Dann haben wir gedacht, okay wie können wir ermitteln was es mit G-Punkteine gemeint?
00:27:24: und sind dann erstmal ins nahegelegene Stadtarchiv Halberstadt gegangen, haben nach Akten aus dem Bestandrad der Stadt geguckt Und haben dann ermittelt, dass es sich bei Gepunkt Hain um Gerhard Hainer handelt.
00:27:37: Der Unternehmer und Politiker war in Halberstadt... ...und der in den letzten Jahren die DDR verlassen hat.
00:27:46: Sein Hab und Gut hat er, wie aus dem Übernahmeprotokoll deutlich wird, zurückgelassen.
00:27:53: Du hast gesagt, zwölf Bildern standen auf diesem Dokument?
00:27:56: Ihr habt natürlich nach den Bildern geguckt, ob sie noch hier im Museum zu finden sind!
00:28:00: Was war euer erste Schritt bei der Suche nach den Bilder?
00:28:03: Also zuerst haben wir in der Museumsdatenbank nach den Bildern recherchiert, was nicht so ganz einfach war weil die Titel aus dem Übernahmeprotokoll nicht unbedingt mit den Bezeichnungen an Datenbanken beeinstimmen.
00:28:16: Aber wir konnten mehrere potenzielle Grafiken ermitteln, die wir dann auch nach Herkunftsspuren untersucht haben.
00:28:24: In der Provenienzforstung heißt das Wir haben eine Odobsie durchgeführt Und da wurde es dann spannend, bei zwei Grafiken fand sich auf der Rückseite der Name Heine mit Beleichtift vermerkt.
00:28:37: Das betraf die Nummer vier auf dem Übernahmeprotokoll eine Ansicht der Burg Gebischenstein und die Nummer zehn einer Ansicht von der Burg Feigenstein im Harz.
00:28:49: Des Weiteren konnten wir noch Ein Bild ermitteln die Nummer zwölf aus dem Übernahmeprotokoll und das ist ein Nachdruck eines Gemäldes von Hans Hohlbein, den jüngeren.
00:28:59: Das Bildnis des Georg Giese, fünfzehn-zwei-dreißig.
00:29:05: Und das war wiederum sehr spannend.
00:29:06: auf der Rückseite dieses Nachtdrucks haben wir einen Zettel mit dem Verweis auf das Übernahme Protokoll von neunzehntoundtrein-fünfzig gefunden Und es gibt auch einen handschriftlichen Vermerk auf der Rückseite des Bildes.
00:29:19: Da steht geschrieben, unserem lieben Gerhard zur Eröffnung seiner neuen Geschäftsräume.
00:29:26: mit allen guten Wünschen Deine Margot und Hans Leipzig im Dezember.
00:29:33: Das heißt dieser Nachdruck kam als Geschenk eines befreundeten Ehepaares aus Leipzig an Heine anlässlich der Öffnungen seines Geschäfts auf dem breiten Weg.
00:29:43: Okay, das seid ihr weit gekommen.
00:29:45: Aber wie wurden jetzt die Bilder im Museum dokumentiert?
00:29:48: Eben inventarisiert?
00:29:49: Gab es da den Hinweis auf
00:29:50: Gerhard Heine?
00:29:52: In der Museumsdokumentation insbesondere in den Immentarbüchern stoßen wir kaum auf den Namen Heine.
00:29:58: Im Zugangskatalog wurde bei den Grafiken fast durchgängig vermerkt dass sie alter Bestand sein.
00:30:06: Beim Stahlstich Borg-Falkenstein, der wurde am achtzehnten April in der Erwerbung alter Bestand.
00:30:16: Der Stahlstich Borg-Gibischenstein wurde am vierten Mai, also wenige Wochen später eingetragen und da steht ebenfalls als Erwerbungsartalterbestand.
00:30:27: Das heißt dass diese beiden Grafiken an völlig unterschiedlichen Tagen inventarisiert wurden und der Herkunftszusammenhang, also das sie quasi von Heines stammen nicht mehr im Museum präsent war oder eben auch dem keine Bedeutung zugemessen wurde.
00:30:44: Und auch ein Eintrag im später angelegten Inventarbuch von oneinzehntneunzehntenundsechzig lieferte auch nur den Vermerk, dass diese Grafiken alter Bestand sein.
00:30:55: Der Nachdruck von Holbein, der Müngerin ist interessanterweise im Inventarbuch für Gemälde eingetragen, wo es ja kein gemäldes ist sondern einen Nachdruk und auch hier finden wir den Vermerkalterbestand.
00:31:09: Kurz gesagt, die Inventatbücher sagen uns eigentlich gar nichts über die Herkunft aus und was wir auch festgestellt haben generell im Projekt dass die Angabe alter bestanden grundsätzlich hinterfragt werden muss.
00:31:22: Und genau deshalb ist das von uns aufgefunden Übernahmeprotokoll für neunzehnhundertdrehen fünfzig so wichtig denn ohne dieses Dokument wäre die Herkung der Bilder schlicht nicht mehr rekonstruierbar gewesen oder wir werden auch gar nicht auf diese Bilder gestoßen und hätten sie uns angeguckt.
00:31:38: Und es zeigt eben, wie entscheidend solche Verwaltungsunterlagen sind.
00:31:42: Vor allem dann wenn die im Winter hab ich ja keine Informationen liefern.
00:31:46: Boah!
00:31:47: Das hört sich echt spannend an dass man da so einen Rundumschlag machen muss und ihr habt ja gerade von den drei Bildern aus dem Üben übernahme Protokoll gesprochen?
00:31:55: Wie sieht's denn mit
00:31:55: den restlichen neuen aus?
00:31:58: Ja das ist natürlich eben.
00:31:59: Claudia hat es angesprochen warum das so schwierig ist sie zu identifizieren Aber mir gehen davon aus, dass sie im Bestand vorhanden sind.
00:32:08: Dadurch, dass wir sie nicht über den Titel identifizieren können, sind wir halt eben auf andere Dokumente angewiesen.
00:32:15: und zum Glück hat unsere Bibliothekarin Frau Katrin Wohlmann einen Zugangskatalog aus dem Jahr twoinfünfzig jetzt erst wirklich kürzlich aufgefunden.
00:32:24: Das wurde von Kott Pfeil geführt zwar einer der damaligen... Mitarbeiter.
00:32:29: Und da handelt es sich um ein ganz kleines Buch und das sind nur lose Blätter sogar, also nicht mal gebunden.
00:32:35: Also eher wie so eine Klatte ja?
00:32:37: Und diese Seiten sind jetzt wieder zusammengefügt worden und dort konnten wir tatsächlich bei der Laufenden Nummer fünfundfünfzig bis treinsechzig in der Art der Werbung bei der Spalte finden.
00:32:48: Übernahme geheine.
00:32:50: Da dauert er
00:32:50: wieder auf!
00:32:51: Genau.
00:32:52: Aber ohne dieses alte Inventarbuch, hätten wir es nicht gewusst.
00:32:56: Genau also Claudia hat sie jetzt schön dargestellt.
00:32:59: in den neueren Inventarbüchern ist das alles nicht überlegt.
00:33:02: Jedoch haben wir dann auch noch im Bemerkungsfeld da steht ein steilliches Eigentum drin.
00:33:07: so verschiebt sich diese Erwerbungsart von staatlichen Eigentums.
00:33:10: ja das ist alter Bestand der gehört halt dem Staat und diese Informationen wurden dann halt einfach nicht übernommen.
00:33:16: entweder das Buch war damals schon nicht mehr bekannt
00:33:19: verlegt
00:33:21: oder hat nur der einzelne Mitarbeiter gehabt, während die Inventarbücher dann einfach im ganzen Zeitraum später angelegt wurden.
00:33:28: Und dann verliert sich dieses Wissen durch den Wechsel der Mitarbeiter.
00:33:32: Der Herr Frey war dann schon nicht mehr in Hause.
00:33:35: Neue Personen kamen und haben das neu inventarisiert.
00:33:40: Okay!
00:33:41: Jetzt lenke ich noch mal
00:33:42: weiter...
00:33:43: Was hattest du denn mit dem lieben
00:33:45: Gerhard aufsich?
00:33:47: Der eben neun zwölfzehn
00:33:48: fünfzig die DDR
00:33:49: verlassen hat?
00:33:50: Die Behördensprachen damals von sogenannten Westgängern oder
00:33:54: Republikflüchtigen?
00:33:56: Ja, genau.
00:33:57: Diese Begriffe also Republik-Flüchtiger bzw.
00:34:00: Westgänger tauchen ab den neunzehntfünfzigeren Jahren im Sprachgebrauch der DDR auf und sie wurden für Personen benutzt die DDR ohne Genehmigung verlassen hatten.
00:34:10: aus heutiger Sicht sind das natürlich stigmatisierende Begriffen, die man nicht mehr uninterfragt verwenden sollte.
00:34:19: Und seit dem siebzehnten Juli, verlor diese sogenannten Republikflüchtigen mit der Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten im gesamten zurückgelassenen Besitz.
00:34:30: Alles wurde beschlagnahmt und der Besitz wurde vom Abteilungsstaat durch das Eigentum beim Rad der Stadt begutachtet und verteilt bzw verkauft.
00:34:39: Das Kunst- und Kulturgut dieser Person landete dann häufig in den örtlichen Museen.
00:34:44: So war es auch bei Gerhard Heine.
00:34:47: Er wurde in der Mitte von drei Jahren geboren und war Kaufmann, er hatte ein Hutgeschäft.
00:34:52: Er namens Felix Heine, das war sein Vater.
00:34:56: Das Hutgeschäfte waren das seinem Vater benannt.
00:34:58: Und er war aber auch Politiker von ... ... aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt.
00:35:06: für die LPD, also die heutige FDP kann man sagen!
00:35:09: Am vierundzwanzigsten Mai, neunzehnhundertreinfünfzig verließ Gardeine dann mit seiner Familie die DDR und sein Hutgeschäft.
00:35:19: Am breiten Weg wurde mit dem gesamten Inventar der Handelsorganisationen zugeteilt.
00:35:23: auch seinen ganz privater Besitz in seiner Wohnung vom Eierbecher bis zur Vase wurde dann verkauft und an bestimmte Stelle verteilt.
00:35:34: Und was noch ganz spannend ist, Heine selbst baute seinen Geschäft dann im Westen wieder auf.
00:35:39: Er führte das als Felix Heyne KG in Karlsruhe weiter und dieses Unternehmen ging in den Versandhandel seines Bruders Karl-Heinrich-Heine auf.
00:35:51: Ich denke der Versandt Handel Heine wird vielen noch ein Begriff sein und dieser Betrieb wiederum gehört heute zur Otto Gruppe.
00:36:00: Ja und da ich als Koordinierungsstelle Provenienzforschung euer Projekt ja ganz intensiv begleite, weiß ich von dem Buch das ihr entdeckt habt.
00:36:07: Karl Heinrich Heine hat es mit seinen Erinnerungen an Halberstadt in einem Karlsruhe Verlag veröffentlicht.
00:36:16: Er nannte es damals die Schicksale einer demokratischen Familie von eighteenhundert
00:36:22: bis neunzehnundfünfzig
00:36:24: immerhin zweieinhalbzig Seiten.
00:36:27: Ich finde ja das letzte Kapitel zu den drei Brüdern und dem Abschnitt Exodus für unser Thema ganz interessant.
00:36:35: Was könnt ihr den Zuhörerinnen daraus erzählen?
00:36:38: Es gibt mehrere Textpassagen, die einfach wunderbar in unsere Forschungszeit passen
00:36:43: und auch
00:36:44: diese Situation widerspiegeln, die der Familie gegenüberstand und halt auch dieses Verhältnis dass die Brüder miteinander hatten, Heinrich Gerhardt.
00:36:56: Zum einen gibt es da eine Passage, die ich gerne vorlesen würde.
00:36:59: Die beschildert die Situation, die genau in Nr.
00:37:01: nünztenhundertfünfundvierzig dann
00:37:03: vorhanden
00:37:04: war zum der Halbestatt bombardiert wurde gerade auch die Innenstadt sehr stark betroffen war unter anderem dann auch das alte Geschäft von den Teilnissen getroffen war komplett zerstört.
00:37:15: und da sitzt das Zitat an Gerhards Geschäft auf dem hohen Weg ist vernichtet.
00:37:20: Es gelingt ihm, in lichter Kraben ein Laden anzumieten und dort aus dem nichts die Firma Heine schrittweise wiederaufzubauen.
00:37:28: Anfangs es ist ein Universalgeschäft, in den alle erreichbaren Artikel angeboten werden.
00:37:33: hier werden auch die Manikfachen Waren verkauft, die das Handelskondor herbeischaffte.
00:37:38: Mit wachsenden Warenangebot wächst auch die Firma.
00:37:42: So, dass Gerhard bei der ersten Wiederbauung des Breitenwegs in dieser wichtigen Geschäftsstraße ein geräumiges Laden und Lokal erwerben kann.
00:37:50: Dort enthielt sich das Geschäft wieder mit früherem Sortiment vor allem mit Schuh- und Lederwagen.
00:37:57: In den Anfangsjahren der Hoffnung und des müde Samen wie der Aufbaus erheben sich in Behalberstadt nach und nach die Privatbetriebe aus den Trümmern ihrer Häuser.
00:38:07: Unternehmen wie Heine und Co.
00:38:09: Die Fabrik der berühmten Halberstädter Würstchen tauchen wieder auf, man arbeitet und hofft.
00:38:16: Und das spiegelt eigentlich genau so dieses Unternehmertum wider ja?
00:38:19: Also mir bleiben nicht stehen wir packen einfach an und nehmen das was mal kriegen können verkaufen dass und machen Stück für Stück Wieder aus diesen Ruinen etwas was sich lohnt für unser Leben.
00:38:30: Das ist dieser erste Abschnitt.
00:38:33: Aber dann kommt halt auch schon kurze Zeit eine Passage die dann zeigt wie sich das alles wandelt, also diese Hoffnung.
00:38:40: Diese Träume dieser Gehegt werden dann schon ja sehr getrübt.
00:38:46: Da berichtet er eben.
00:38:48: mit wachsender Besorgnis verfolgt man in Halberstadt die politische Entwicklung.
00:38:52: der Tag an dem die Ost-Zinezone hermetisch vom Westen abgeriegelt wird scheint mal.
00:38:57: Die Fluchtbewegungen nach dem Westen verstärken sich mit jedem Tag.
00:39:01: Der Weg über West Berlin ist noch der Gefahrloseste.
00:39:04: Ironisch begrüßen sich die Selbstständigen.
00:39:07: Na immer hier, noch hier?
00:39:10: Denn die Fesseln werden spürbarer!
00:39:12: Die Luft wird dünner, die Bedrohung größer.
00:39:15: In den Jahren nineteenhundert, neunvierzig und neunhundfünfzig müssen die Betriebe Handelskondor, Oststab und der Holland ganze sixundfünfzig Überprüfungen durch die sogenannte Schnüffelkommission überstehen, die nach Übertretung einer der zahllosen neun Bestimmungen
00:39:32: forschen.
00:39:33: Gerhard muss auf der Forderung der sowjetischen Militäradministration mitten in der Legislaturperiode sein Mandat als Landetagsabgeordneter freiwillig niederlegen.
00:39:46: Heinrich muss sich von einem Parteikremium verantworten und legt sein Vorwärtssitz auch im Kulturbund nieder.
00:39:53: Das zeigt sich halt auch, der, der so viel für Halberstadt auch gemacht hat, sich engagiert hat.
00:39:58: politisch und auch kulturell wird immer mehr eingeschränkt und eingeengt in seinen Denken, in seinem Handeln.
00:40:05: Deswegen auch das freiwillig in Gänse füßen?
00:40:07: Genau!
00:40:10: Ja, und ich finde auch noch eine Passage spannend in der Heine beschreibt wie der Entschluss zur Flucht.
00:40:16: In deiner Zeit hat Karl-Heinrich Heinrich schon die DDR verlassen.
00:40:23: Und Karl-Hainrich Heine schreibt in der dritten Person hier über sich selbst was fast für ein Human wirkt.
00:40:30: Zitat Nach einer legalen Westreise zum Ankauf von Schraubenschrott zusammen mit Bruder Achim steht auch Heinrichs Entschluß fest die DDR zu verlassen.
00:40:40: Um den Bestand der Firma nicht zu gefährden, wird ein hörbarer Krach zwischen den Brüdern inszeniert.
00:40:46: Heinrich verkauft seine Firmenanteile und zieht zunächst nach Leipzig.
00:40:51: Nach Erhalt der Zuzugsgenehmigung übersiedelt die Familie Heinrich-Heine am sechzehnten August neunzehnundfünfzig über Berlin nach Karlsruhe.
00:41:00: Die Brüder folgen mit ihren Angehörigen bald nach – sie haben ihre Vaterstadt nicht wieder gesehen!
00:41:08: Am Ende des Kapitels ist noch ein Foto von den drei Brüdern abgebildet, darauf ist zu sehen wie Gerhard und Joachim ihren Bruder Karl Heinrich an der Gartenforte verabschieden.
00:41:18: Auch noch ein ganz spannender Fakt nach der Wendekerte Karl-Heinrich-Heine im Gegensatz zu seinen bereits verstorbenen Brüder wieder nach Halberstadt zurück.
00:41:26: Er hieß eine späte Auszeichnung für seine Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt nach nineteen-neutzehntfünfundvierzig und engagierte sich auch weiterhin für die Stadt, zum Beispiel für das Kleinenhaus.
00:41:37: Er ist dann neunzehnundsechstenneunzig verstorben Und ich finde was aus dem Buch deutlich wird ist dass welche Bedeutung die Familie Heine für Halberstadt hatte und welche große Lücke diese Übersiedlung nach Karlsruhe in der Stadt gelassen hat.
00:41:55: Es ist echt schön, dass ihr das so herausarbeiten konnte was die Biografie für die Stadtgeschichte auch bedeutet hat und dass wir es mit so einem Otto-Versandhandel vorfahren irgendwie zu tun haben hier der aus Halberstadt kam.
00:42:09: Ja aber zum Schluss vielleicht nochmal zurück zu den Kunstwerken, die wir ja hier im Museum gesucht haben.
00:42:15: also ein Kunstdruck war ein persönliches Geschenk.
00:42:18: dann haben wir zwei Radierungen mit regionalen Ansichten.
00:42:22: Und was geschieht denn
00:42:23: mit den Werken?
00:42:25: Also gerade die beiden Grafiken haben ja eine große Bedeutung für die Sammlung.
00:42:30: Sie passen ja thematisch sehr stark eben zu unserem städtischen Museum, solche Stadtansichten oder regionalen Ansichten sammelt jedes Museum um sich halt auch regional und heimatlich verbunden zu fühlen.
00:42:45: natürlich gibt es dann eben die Künstler der Grafiken, die waren teilweise auch regionalie ansässig.
00:42:52: So dass es thematisch hier sehr gut ins Haus passt.
00:42:55: ja bei dem Kunstdruck ist das natürlich was anderes.
00:42:57: also er hat einfach nicht diese Qualität wo man sagt das ist jetzt ein kunstvoller Druck als nicht mal ein guter Druck.
00:43:05: aber die Geschichte die wir jetzt dadurch erarbeitet haben die ist schon museumswürdig.
00:43:11: mehr erzählen die geschichte halberstadt mehr erzählten die geschichten einer halber städter familie aber auch ein Phänomen, was ja ganz Ostdeutschland betroffen hat.
00:43:21: Die Übersiedlung in den Westen und mit welchen Repressalien das teilweise auch verbunden war.
00:43:27: Und daher ist es
00:43:28: gut
00:43:29: aufgehoben im Museum und wir können wunderbar an diesen Beispiel Provenienzen erklären.
00:43:36: die Geschichte von Halberstadt
00:43:38: Ja, das stimmt.
00:43:39: Das fasziniert mich.
00:43:40: deswegen haben wir das auch heute in den Podcast als Thema ja aufgenommen.
00:43:44: aber jetzt gibt es ja bei Provenienzforschung immer noch schnell das Wort hinzu Restitutionen Rückgabe was
00:43:49: wie sieht's da aus?
00:43:50: Wie wollt ihr euch verhalten?
00:43:53: Also rechtlich gesehen ist eine Rückgabe der Werke heute nicht mehr verpflichtend, da sind ja entsprechende Fristen bereits abgelaufen.
00:44:00: Zumindest für den Bereich SPZ und DDR.
00:44:04: Aber aus moralischer Sicht könnte man natürlich trotzdem darüber nachdenken Und diese Entscheidung obliegt natürlich letztlich dem Museum beziehungsweise dem Träger des Museums.
00:44:14: Wir möchten in diesem Fall gerne Kontakt zu den Nachfahren Gärtheines aufnehmen und mit ihnen ins
00:44:20: Gespräch
00:44:20: kommen.
00:44:21: Ja, das klingt gut.
00:44:22: Dann drück ich euch dafür die Daumen und danke ganz herzlich dass wir den Podcast heute mit euch hier
00:44:28: in Halberstadt
00:44:28: aufnehmen konnten!
00:44:31: Von mir auch nochmal
00:44:31: ein großes
00:44:32: Dankeschön
00:44:32: als ich fand es unheimlich interessant
00:44:34: wie dieses
00:44:35: Projekt im Grunde ja Detektivarbeit leistet um die Biografie seines Objektes wieder miteinander zu verknüpfen und dadurch auch mehr Wert an dem Objekt quasi herstellt für das Museum Wie dann auch schlussendlich Familien wie die Familie Heiner, die ja auf den Grundgedanken aus dem Museum hier
00:44:57: überhaupt entstanden ist.
00:44:58: Den wir ja eingangs schon mal behandelt haben
00:45:00: in Verbindung gebracht werden
00:45:02: kann.
00:45:02: und
00:45:04: an der Stelle bleibt mir da wohl nur noch zu sagen nochmal vielen Dank von unserer Seite.
00:45:08: Danke liebe Zuhörer fürs Einschalten dieser Folge!
00:45:10: Alle anderen Folgenmuseums-Lauschen findet ihr überall da wo es Podcast gibt Liked und abonniert gerne den Podcast.
00:45:17: Museumslauschen ist ein gemeinsames Format des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit den vorgestellten Museen, es wird möglich durch die Förderung.
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